Das Stuttgarter Festival ECLAT avancierte seit seiner Gründung im Jahr 1980 schnell zu einer der profiliertsten und experimentierfreudigsten Plattformen für Neue Musik in Deutschland. Ziel von ECLAT ist es, innovative Strömungen der musikalischen Gegenwart darzustellen und sie in Verbindung mit den bedeutenden Kompositionen des 20. und 21. Jahrhunderts zu setzen. So ist ECLAT auch ein wichtiges Forum für die Förderung und Darstellung der jungen Komponistengeneration. Jedes Jahr bringen renommierte Musiker aus aller Welt zahlreiche Werke zur Uraufführung und Deutschen Erstaufführung.

Die einzigartige künstlerische Bandbreite von ECLAT reicht von neuen Formen des Musiktheaters über ungewöhnliche Kammermusik-Projekte bis hin zu groß angelegten Orchester-Konzerten. Durch Einbeziehung von Film, Literatur und neuen Medien steht ECLAT in ständigem aktuellen Austausch mit anderen Kunstsparten.

Das Festival wurde 1980 unter dem Namen "Tage für Neue Musik Stuttgart" gegründet. Der künstlerische Leiter Hans-Peter Jahn stellte zunächst Komponisten ins Zentrum der Programme (Anton Webern, Iannis Xenakis, Helmut Lachenmann).

Später stand neben den Portraits von Bernd Alois Zimmermann, Heinz Holliger, Ernst Krenek, Luigi Nono und Wolfgang Rihm im jährlichen Wechsel eine außermusikalische Gattung in Verbindung mit der Neuen Musik im Zentrum des Festivals: Musik und Film, Neues Musiktheater, Musik/Zeit/Raum/Bewegung, Literatur und Musik, Theater/Musik.

1997 änderte sich die Konzeption: Die übergeordneten thematischen Bezüge wurden aufgegeben zugunsten des Anliegens, die vielseitigen Aspekte des gegenwärtigen künstlerischen Schaffens zu präsentieren und neuen Konzertentwürfen Raum zu geben. Der Fokus liegt nun vermehrt auf dem interdisziplinären Dialog und auf Uraufführungen.

Im Zuge dieser Erweiterung wurde der Name des Festivals in ECLAT - Festival Neue Musik Stuttgart geändert.

Der künstlerische Leiter Hans-Peter Jahn über ECLAT:
"Um die tendenziöse Ausdünstung des Wortes "Eklat" - die besonders im Deutschen auf Aufruhr, Sensation oder Skandal setzt - geht es nicht. Auch nicht um Umstürzlerisches. Das französische Wort "Eclat" hat eine Reihe von Bedeutungen, die freisetzen, worum es dem Festival Neue Musik Stuttgart geht: um "Aufschein", um "Glanzklang", um "Splitter", um "Gesplittertes", um "Knall", um "Schmelz", auch um "Fragmentarisches".

Damit wird der Begriff "Neue Musik" in den Hintergrund gerückt, weil sich das Musikleben seit Arnold Schönberg und seit den vielen Aufbrüchen nach 1950 verwandelt und als immer schwieriger definierbar und durchschaubar gemacht hat.

Wohl versucht ECLAT, konzeptionelle Anstöße zu geben und auch fragwürdige Konzeptionen seitens der Künstler ins Programm aufzunehmen, ohne aber damit richtungsweisende Wegpfeiler in einen instabilen Untergrund der künstlerischen Strömungen bolzen zu wollen.

Ziel von ECLAT ist es, alle innovativen Strömungen der musikalischen Gegenwart aufzugreifen, darzustellen und sie in Verbindung zu setzen mit den großartigen Kompositionen dieses Jahrhunderts. Außermusikalische, musiktheatralische und gattungsübergreifende Projekte bleiben wie bisher zentrales Anliegen des Festivals.

Schließlich will ECLAT ein Forum sein für die ganz junge Generation. Ihr sollen Aufführungsmöglichkeiten und Förderung zuteil werden."