Abschließende Pressemeldung zu ECLAT HYBRID 2022

Stuttgart, den 9. Februar 2022

ECLAT HYBRID
1. bis 6. Februar 2022

Abschluss-Presseerklärung

Das Pilotprojekt, ECLAT Festival Neue Musik Stuttgart 2021 in hybrider Form durchzuführen für Besucher:innen im Stuttgarter Theaterhaus und Publikum im Internet ist am Sonntagabend, den 6. Februar 2022 erfolgreich zu Ende gegangen.
Mit einer Ausnahme konnten alle Veranstaltungen trotz der prekären Corona-Situation wie geplant stattfinden. 21 Veranstaltungen mit mehr als 30 Uraufführungen gingen vom 1. bis 6. Februar 2022 über die Bühnen des Stuttgarter Theaterhauses und der Hospitalkirchesowie über die Computerbildschirme. Ticketkäufe aus 25 Ländern weltweit, von Neuseeland bis Mexiko, zeugen vom großen internationalen Interesse an ECLAT.
Erfreulicherweise war auch der Publikumszuspruch vor Ort sehr hoch: Einige Veranstaltungen waren ausverkauft, insgesamt bewegte sich die Auslastung bei 70 Prozent.

Die künstlerische Leiterin des Festivals, Christine Fischer, freut sich über eine Vielzahl künstlerisch hochwertiger Produktionen. »Im hybriden Spiel mit der doppelten Publikumsperspektive konnten wir interessante Entdeckungen machen, die sicherlich auch künftig eine Rolle bei ECLAT spielen werden. Unser Einblick in das interdisziplinäre Schaffen osteuropäischer Künstler:innen war dabei eingebettet in eine enorme Bandbreite gegenwärtiger Kompositionskunst. Fast alle Projekte sind eigens für das Festival entstanden, womit wir eine Vielzahl an Künstler:innen fördern konnten. Besonders freut mich die euphorische Rückmeldung einer jungen und anspruchsvollen Komponistengeneration, die die idealen Produktionsbedingungen bei ECLAT ebenso schätzt wie die künstlerische Freiheit, die sie in der Realisierung ihrer Projekte bei ECLAT genießt. Dabei kommt ihnen zugute, dass ECLAT keine Themenstellungen vorgibt und den minimalistischen Fokus auf kompositorische Fragen ebenso wertschätzt wie die Verortung musikalischer Konzepte in aktuellen gesellschaftlichen Debatten.

Musik der Jahrhunderte kommt damit ihrem Auftrag nach, zu fördern und zugleich das Stuttgarter Kulturleben mit einem breiten Fokus auf aktuelle Musikdebatten zu bereichern. In diesem Sinne dürfen sich Künstler:innen und Publikum freuen auf die nächste Ausgabe von ECLAT vom 1. bis 5. Februar 2023.«

ECLAT Festival Neue Musik Stuttgart ist eine Veranstaltung von
Musik der Jahrhunderte
Gefördert von der Landeshauptstadt Stuttgart und
dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg
In Zusammenarbeit mit SWR2
ECLAT HYBRID wurde ermöglicht durch die Förderung der Baden-Württemberg Stiftung

6 Prize Winner Concert

Laudation of the award winners by Björn Gottstein

6 Prize Winner Concert

Opening speech for the Prize Winner Concert for the Composition Prize of the State Capital Stuttgart 2021 by Marc Gegenfurtner (Head of the Cultural Office Stuttgart)

18 Alone Together
Interview

Uli Fussenegger und Yaron Deutsch in conversation with Michael Rebhahn

13 Practises of Subordination
background

Sergey Shabohin about »Practices of Subordination«

14 Zurück in der Zukunft
Gespräch

Hannah Weirich and Ulrich Löffler in conversation with Leonie Reineke

LR
Hannah und Ulrich, Ihr habt Euer Duo-Projekt »Zurück in der Zukunft« genannt. Ich behaupte mal, dieser Titel weckt bei nicht wenigen Menschen Assoziationen zu der fast gleichnamigen Science-Fiction-Filmtrilogie aus den 1980er Jahren: »Zurück in die Zukunft«. Das war doch sicherlich Absicht, oder?

HW
Natürlich ist das Absicht, denn auch die Projektidee weist ebenso zurück wie nach vorne: Wir spielen neue Kompositionen auf »alten« Instrumenten. Und in diesem Fall sind es neben der Geige verschiedene analoge E-Pianos, Synthesizer und Elektroorgeln aus den 1970er und 80er Jahren …

LR
… elektronische Musikinstrumente, denen heute vielleicht ein nostalgischer Charme anhaftet, die aber zur Zeit ihrer Entstehung noch für das Potenzial des »Nie-Gehörten« standen.

HW
Genau, und das Nie-Gehörte bringen wir ja jetzt wieder auf die Bühnemit eigens für unsere Besetzung und unsere Klangerzeuger entstandenen Stücken von fünf Komponistinnen und Komponisten.

UL
Mir ist es vor allem ein Anliegen, Instrumente wie zum Beispiel das Hohner Clavinet, die Philicorda oder auch das Fender Rhodes Piano auf eine klassische Konzertbühne zu bringen. Denn dort hat man diese Geräte bisher kaum gesehen und gehört. Man kennt sie eher aus anderen Genres wie Pop, Rock, Jazz oder Blues. Mir selbst geht es allerdings nochmal anders: Wenn ich einen Akkord auf dem Rhodes Piano anschlage, denke ich nicht automatisch an einen Song von Supertramp oder ähnliches. Sondern für mich hat das Instrument einen sehr individuellen Klang. Es ist ein lebendiges, fleischiges, körperliches Klang- und Grifferlebnis beim Spielen. Das könnte natürlich auch damit zu tun haben, dass ich die Instrumente schon seit Jahrzehnten spiele. Damals musste ich viele von ihnen verkaufen, da ich mir einen Konzertflügel anschaffen wollte und Geld brauchte. Ich erinnere mich, wie mich ein Freund ermahnte: »Den Minimoog darfst Du nicht verkaufen!« Und ihn habe ich tatsächlich als einziges Instrument behalten.
Später habe ich mir dann all die anderen Instrumente nach und nach wieder angeschafft. Viele Leute um mich herum fragten: »Was willst Du mit dem alten Kram?« Aber für mich war die Entscheidung klar: Die Instrumente klingen tollnicht wie irgendetwas, das man einfach mit dem Computer nachstellen oder unkompliziert samplen kann. Es sind wirklich eigenständige Instrumente.

LR
Die Komponistinnen und Komponisten in Eurem Programm kommen aus unterschiedlichen Generationen. Schlägt sich das in irgendeiner Form in den Stücken nieder? Merkt man, wer von ihnen einen vielleicht unmittelbareren Bezug zu den Instrumenten hat; einfach durch die größere zeitliche Nähe zu ihrer Entstehungsphase?

HW
Da bin ich nicht sicher, denn alle fünf haben sich sehr intensiv mit den Instrumenten auseinandergesetzt. Dariya Maminova ist mit ihrem Geburtsjahrgang 1988 die jüngste Komponistin im Programm. Für sie mag der Minimoog anfangs am wenigsten vertraut gewesen sein. Trotzdem hat sie ganz wunderbare Klänge auf dem Instrument gefunden.
Witzig war allerdings, dass sie für die Kompositionsphase eine Software-Emulation verwendet und deshalb nicht daran gedacht hat, dass es immer einige Zeit dauert, bis der Minimoog in eine neue Einstellung gekommen ist. Es hat sich also erst beim Proben gezeigt, dass bestimmte Wechsel nicht so schnell stattfinden können wie erhofft. Gleichzeitig ist es aber besonders spannend zu sehen, mit welcher Frische sie an das Instrument herangegangen ist.

UL
Dariya gehört auch jener Generation an, die die Klangwelt der alten analogen Geräte eher aus dem Internet kennt als aus dem richtigen Leben. Umso schöner sind dann die Momente, in denen ich ihr zum Beispiel ein Band-Echo vorgeführt habe. Die Faszination stand ihr unmittelbar ins Gesicht geschrieben. Wie sie das Band beim Laufen mit großen Augen verfolgt hat, hat mich daran erinnert wie ich als Kind bestimmte Dinge zum ersten Mal gesehen und bestaunt habe.
Das Besondere an all diesen Maschinen ist, dass sie so lebendig sind. Milica Djordjević beispielsweise arbeitet in ihrem Stück mit einer Orgel, der Yamaha YC-45D. Das ist ein zweimanualiges Instrument von 1972 mit irrsinnig innovativen Funktionen: Es gibt einen Ribbon Controller mit dem man Glissandi spielen kann. Die Tastatur hat eine Anschlagsdynamik und es lässt sich sogar Vibrato spielen, wenn man den Finger auf der Taste bewegt.

LR
Ein nochmal anderes, besonderes Instrument kommt auch in dem Stück von Oxana Omelchuk zum Einsatz, oder?

UL
Ja, das ist ein analoger Nachbau eines alten Synthesizers, den es seit fünfzig Jahren nicht mehr gibt: der ARP 2600. Das ist ein halbanaloger Kasten, den Oxananeben dem Fender Rhodesin ihrem Stück einsetzt. Die Besonderheit ist hier, dass Hannah und ich unsere beiden Instrumente per Kabel mit diesem Synthesizer verbinden. Rhodes und E-Geige laufen also über das Gerät, das uns etliche zusätzliche Modulations- und Filtermöglichkeiten bietet. Und was mir in der Musik von Oxana besonders gefällt, ist, dass sie keine Angst vor populär klingenden Sounds hat. Was sie für die Instrumente erfindet, klingt einerseits wie nie gehört und andererseits doch irgendwie bekannt. Und diese musikalischen Zwischenzustände finde ich unglaublich interessant und packend.

LR
Bei all den alten elektronischen Instrumenten stellt sich mir die Frage, wie eigentlich die Geige dort hineinpasst? Ihr spielt ja auch oft im Duo mit Geige und Klavier, aber da arbeitet ihr mit völlig anderen klanglichen Mischverhältnissen und auch mit anderem Repertoire.

HW
Das stimmt, Geige und elektronische Tasteninstrumente, das ist eine andere Kombination. Das erste Stück in dieser Richtung hatte damals Eivind Buene für uns komponiertnoch bevor uns selbst klar war, dass wir ein ganzes Projekt daraus machen würden. Zu der Zeit besaß ich noch keine E-Geige, deshalb hat Eivind sein Stück für Minimoog und herkömmliche Geige geschrieben. Ich erinnere mich, dass ich Bedenken hatte, ob sich das überhaupt mischen würde. Aber es hat gut funktioniert.
Irgendwann habe ich mir dann eine fünfsaitige E-Geige angeschafft und die nächsten Stücke, die im laufe der Zeit entstanden sindvon Gordon, Dariya und Milicasind alle für E-Geige geschrieben. Denn auch für die Komponistinnen und Komponisten war das Instrument zum Teil Neuland und sie wollten sich unbedingt damit beschäftigen. Inzwischen habe ich außerdem einen ganzen Fuhrpark an Effektgeräten angesammelt, so dass auch meine klanglichen Ausdrucksmöglichkeiten kontinuierlich mehr werden.

UL
Das stimmt, im Grunde besitzt Hannah inzwischen alles, was ein Gitarrist in einer Band so braucht.

LR
Wenn man allerdings bedenkt, dass Ihr nur als Duo auftretet, dann ist das doch ein irrsinnig großer Transportaufwandim Verhältnis zu dieser kleinstmöglichen Kammermusikbesetzung. Blöde Journalistenfrage: Lohnt sich das?

HW
Ganz klar: Ja! Außerdem gibt dieser Aufbau mit all den Geräten und historischen Instrumenten ein wunderbares Bühnenbild her.

UL
Was ist das bitte für eine Frage?!
Natürlich lohnt sich das.

11 OOO-Intime
about…

Liping Ting about OOO-Intime

14 Zurück in der Zukunft
background

Short tour through the instrument collection of »Duo Weirich-Löffler«

16 POÈME MAUDIT
Interview

Leonie Reineke in conversation with Arturo Fuentes about POÈME MAUDIT

19 LIMBO
Interview

Leonie Reineke in conversation with Alla Zagaykevich about her piece »Signs of Presence«

5 Performing Precarity I
Konzertstück

Lisa Streich: Cadenza

10 Pony Says
about…

PONY SAYS about themselves and their creative process

18 Alone Together
Interview

Michael Rebhahn in conversation with Ulli Fussenegger about Georges Aperghis »Opal Wood«

3 Opening
background

Annesley Blacks TOLERANCE STACKS IIDas Textbuch

Annesley Black: Tolerance Stacks II

The main sources of the text are Thomas A. Edison, American inventor (1847-1931)
and Charles Cros, French poet, inventor (1842-1888).

Written in order of appearance.

 

IBeginnings -Scott/ Cros

Record material:

re-synthesisis of phonautographic recordings made by Edouard-Léon Scott de Martinville (1817-1879). Text- Racine’s Phèdre. Recorded 1853 or 1854. Resynthesized in 2008 by Patrick Feaster, the First Sounds Website, Lawrence Berkely National Laboratory.

http://www.firstsounds.org/

Text: (soprano)

There is an easier way to do this.

 

Thomas Edison, while trying to achieve a clearer representation of the spectrum of orchestral instruments in his recordings made in 1923.[1]

Text: (soprano)

Très jeune,

j’eus une belle fortune

et le goût de la science.. .

J’ai pensé . . .

que l’homme n’est qu’un sténographe des faits brutaux,

qu’un secretaire de la nature palpable;

que la vérité conçue . .

dans un volume immense et confus,

n’est abordable partiellement qu’aux gratteurs,

rogneurs,

fureteurs,

commissionnaires

et emmagasineurs de faits réels,

constatables,

indéniables ; en un mot, qui’l faut être fourmi,

qui’il faut être ciron,

rotifière,

vibrion, qui’il faut n’être rien !

. . .

Observer, observer . . .

(surtout ne jamais penser, rêver, imaginer ; voilà les splendeurs de la méthode actuelle.)

 

Translation (A.Black)

 

Very young,

I had a beautiful fortune

and a taste for science. . .

I thought. . .

that the man is only a stenographer of brutal facts,

a secretary of palpable nature;

that the truth conceived. . .

in an immense and confused volume,

is accessible only partially to the scrappers,

scrapers,

snoopers,

commissioners

and storekeepers of real,

constant,

undeniable facts; In a word, you have to be an ant,

you have to be a mite,

a rotifer,

a vibrio,

you have to be nothing !

. . .

To observe, observe . . .

– Charles Cros, »La Science de L’amour«, from Le Collier de griffes, 1908

 

Part I& II

Record Playback:

Thomas Edison- Speech »Electricity and Progress« at the second annual Electrical Show, Madison Square Gardens, New York, Oct. 3, 1908

Ladies and gentlemen,

 

Those of us who began our love labors at the operator’s key 50 years ago have been permitted to see and assist in the whole modern industrial development of electricity. Since the remarkable experiments of Morse in 1844 and the unsuccessful efforts of Field in 1858 that have come with incredible rapidityone electrical arc after another. So that in practically every respect civilization has been revolutionized.

 

It is still too early to stand outside these events and pronounce final judgement on their lasting value.

But we may surely entertain the belief that the last half of the 19th century was a distinct and distinct in its electrical inventions and the results of the first half was in relation to steam.

 

The lessons of the Jubilee of the Atlantic Cable of 1858 is one of encouragement to all who would act to the resources of our race and extend our control over the forces of Nature. Never was failure more complete, never was higher courage shown, never was triumph more brilliant than that which set 1866 has kept the old world moored alongside the new by cables of steel and copper, the family ties of the civilized world.

 

When I look around at the resources of the electrical field today I feel that I would be glad to begin again my work as an electrician and inventor and we veterans get only older than our successors, the younger followers of Franklin and of Tolbin to realize the measure of their opportunities and to rise to the heights of their responsibilities in this day of electricity.

 

Part III, VII, IXI was always afraid of things that worked the first time

Text: (soprano)

I was always afraid of things that worked the first time

 

Thomas A. Edison, 1877,  upon hearing his voice play back to him from his first tin foil phonograph.[2]

Part IV- Arthur Sullivan

Record Playback:

Sir Arthur Sullivan speech, Little Menlo, 1888, speech recorded on a phonograph cylinder for Thomas Edison at a demonstration of Edison’s phonograoph in London on Oct. 5, 1888; cited from Michael Chanan Repeated Takes: A Short History of Recording and its Effects on Music (London: Verso, 1995) p. 26. See also »Historic Sullivan Recordings« at the Gilbert and Sullivan Archive; and Very Early Recorded Sound at the National Historical Park website. The recording was issued on CD by the British Library (Voices of History 2: NSACD 19-20, 2005)

Myself, I can only say that I am astonished and somewhat terrified at the result of this evenings experiments.

Astonished at the wonderful power you have developed, and terrified at the thought that so much hideous and bad music may be put on record forever! . . ..

But all the same I think it is the most wonderful thing that I have ever experienced, and I congratulate you with all my heart on this wonderful discovery.

 

Part V/ VIYoung Man Fancy/ Rhythm of big generators

Record Playback:

audio samples from the short film »Young Man’s Fancy«1952, Edison Electric Institute Production.

Man: some of these large generators have the rhythm of music. Woman: Do you like music? Man: The music of machinery. Woman: sigh”

(with Beethoven’s Eroica in background) ” Man: The rhythm of big generators”

 

Digital playback/ Record Playback:

a field recording (A. Black, 2008) from a tour through the Hoover Dam (Nevada/Arizona).

Part VI- Record Playback:

»Man: but I do like music!  Woman: Swell! The records are right in the cabinet! «  »Man: oh… the creation of power, the distribution of power and the design of new machines!«

(»Young Man’s Fancy«1952).

 

Part VIII- Hurry up the Machine. I HAVE STRUCK A BIG BONANAZA!

Title:

Thomas Edison: »Hurry up the machine. I HAVE STRUCK A BIG BONANZA« Telegraph sent by Edison to William Walllace, (who was developing an electrical power generator developer for the distribution power) on Sept. 13, 1878, upon developing a working model of the incandescent lightbulb.

Part IX- Glowworm

Text: (soprano)

»Glow wormnot popular-

striving for perfect steadiness, beautiful eyes«[3]

 

I seize the palpitating air. I hoard

Music and speech. All lips that breathe are mine.[4]

 

The majestical myth which Physicists seek[5]

The quick and the dead converse, as I reply.[6]

 

I speak , and the inviolable word

Authenticates its origin and sign . . [7]

I celebrate myself, and sing myself,

And what I assume you shall assume .. [8]

 

»Glow wormnot popular-

striving for perfect steadiness, beautiful eyes«

 

My line of sorrow lies in the realm of technical science-[9]

The majestical myth which Physicists seek.

 

In me are souls embalmed. I am an ear

Flawless as truth , and truth’s own tongue am I.

I am a resurrection; men may hear

The quick and the dead converse, as I reply.

 

»Glow wormnot popular- striving for perfect steadiness, beautiful eyes«

 

PART XIVTestament (Charles Cros)

 

Text: (morse-oscillator key, percussion)

A patient waiter is no loser.

(material for the morse oscillator key part and for the rhythms of the piece). Samuel Morse & Alfred Vailthe first text sent by morse code on a public telegraph, January 1838.

Text: (soprano)

 

Si mon âme claire s’éteint
Comme une lampe sans pétrole,
Si mon esprit, en haut, déteint
Comme une guenille folle,

Si je moisis, diamantin,
Entier, sans tache, sans vérole,
Si le bégaiement bête atteint
Ma persuasive parole,
. . .
(Ne craignez rien, je ne maudis
Personne. Car un paradis
Matinal, s’ouvre et me fait taire.)

 

–            Charles Cros,  Testament from :Le collier de griffes. 1908

[1]     Quoted in Stankley, »Edison 125-foot Horn« Theodore Edison Oral History, 2, 26.
[2]     Quoted in: Edison, His Life and Inventions. Frank Lewis Dyer and Thomas Commerford Martin, New York, 1910, p. 207.
[3]     T. A. Edison, in a letter to the author George Parsons Lathrop in 1890- a character for a planned science fiction book (collaboration between Lathrop and Edison). Quoted in:  Edison,   Edmund Morris, Random House, New York, 2019, p. 288.
[4]     Rev. Horatio N. Powers- first poem spoken into an Edison cylinder: »The Phonograph’s Salutation«, 1877. Transcript in George Gouraud Biographical Collection, TENHP. Quoted in Edison,   Edmund Morris, Random House, New York, 2019. p. 545.
[5]     Consonant-laden phrase used in 1877 to test the phonograph (quoted in: Morris, p. 546)
[6]     Powers, »The Phonographs Solution«, 1877.
[7]     Powers, »The Phonographs Solution«, 1877.
[8]     “Song of myself,  1892, Walt Whitman
[9]     Thomas Edison in a letter to William Ores, 24. Jan.1921, TENHP; (quoted in Morris, p. 15.)

14 Zurück in der Zukunft
Tickets gewinnen

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19 LIMBO
background

LimboViktoriia Vitrenko

Limbo Viktoriia Vitrenko

(Edited by Sven-Ingo Koch)

 

Dedicated to Maria Kalesnikava

 

How are you?

 

A simple question to which one cannot give a simple answer. A question to which one does not want to hear an answer. Aquestion to which I have not had an answer for over six months.

 

I read the news of the »superstar of the year«, the corona virus, of perpetual lockdowns driving me to despair, of theburst democracy bomb in Belarus, and spin in political debates with those vultures who want to profit from world unrest. In the vain search for an answer. I feel torn and wonder what words, what music could be used to describe thisstate of affairs.

 

At the same time, the ongoing development of the current pandemic forces me to listen to my innermost thoughts and to confront myself.

 

And what do I find there? On the one hand, it is an unbelievable calmso calm that it borders on breathlesson the other hand, a screaming longing for life and vitality. Yet I sense that it is precisely in this borderline state that new processes are born. Belarus. What courageous people! Where do they find their strength to remain strong in the face of a brutal regime? And my good friend? In the midst of all this, imprisoned for six months now. Alone, imprisoned, yetnot broken.

 

How are you?

 

I have a great urge to shout, but I’m not allowed tonew curfews have just been imposed, and my neighbours always bang on the wall when I play music. And so I crawl back to my electric piano, put on the headphones and try to feel my way in. Chopin doesn’t worktoo romantic, Rachmaninofftoo pompous, Bachalready so many dead since thebeginning of the pandemic.


I’m looking for something simple, only a few chords (can new music do that at all?) and the voice floats unintentionally right along with it. But I hum softly so that no one hears memy desolation is currently one of the whole culture.

 

On the other hand, I feel like a singer-songwriter, a cabaret artist oreven betterlike a queen who has the stage to herself. What a pity that there is no one here to watch me do it. It’s quite virtuoso to play and sing at the same time. Even ifor precisely becauseit is so »simple«, it comes from the complexity of New Music. I look inside myself, into a place between liveliness somewhere out there and fear of death in here, into a mysterious placea limbo.

 

How are you?

 

And I try to understand this limbo. There it isa point where I no longer feel one or the other. Rather, I feel both at thesame time. Alive and dead. And at this moment I have the feeling of being Schrödinger’s cat, which may not be alive and yet is alive. As an observer, however, I cannot understand in which of these states I am at the moment. Locked up in this »in-between world«, the idea for a new project emerges.

10 Pony Says

PONY SAYS

8 Electrical Jungles
about…

Kinga Tóth and Silvia Rosani about Electrical Jungles and their common history

11 OOO-Intime
about…

Ernst Surberg about OOO-Intime and the collaboration with Liping Liping

3 Opening
Interview

Michael Rebhahn talks to Annesley Black

12 Anonyme Bestattungen
Interview

Michael Rebhahn talks to Robin Hoffmann

17 Midmeste
Interview

Judith Hamann and James Rushford talk about Midmeste and the portative-organ

8 Electrical Jungles
background

Electrical JunglesThe audience is involved with the help of an app

introduction

Christine Fischer takes you on a tour of the Theaterhaus and the program of ECLAT HYBRID 2022

4 Immaterial
Interview

Andreas Fischer (Neue Vocalsolisten) talks to composer Chaya Czernowin