Jennifer Torrence

Jennifer Torrence

Ellen Ugelvik

Ellen Ugelvik

Laurence Crane

Laurence Crane

Laurence Crane (*1961 in Oxford, England) komponiert meist für Instrumenten- und Stimmenkombinationen, die allgemein als »klassisch« bezeichnet werden, wobei er häufig Elemente von außerhalb dieser Tradition hinzufügt.

 

Ein ständiges Anliegen ist die Verwendung von alltäglichen musikalischen Objekten in neuen strukturellen und formalen Beziehungen. Akkorde und Intervalle in ihrer einfachsten Form, Arpeggien, Borduntöne, Kadenzen, Fragmente von Tonleitern und kurze schrittweise Melodien werden in regelmäßigen und unregelmäßigen Wiederholungen oder Nebeneinanderstellungen präsentiert, die teilweise intuitiv und teilweise nach einem formalen Schema strukturiert sind. Er erfindet einen neuen Kontext für diese Objekte, um eine neue Schönheit im Vertrauten und Gewöhnlichen zu entdecken.

 

Crane schreibt hauptsächlich Musik für den Konzertsaal, obwohl er auch Stücke für Film, Radio, Theater, Tanz und Installationen komponiert hat. Zwischen 1985 und 2003 konzentrierte er sich fast ausschließlich auf das Schreiben von Miniaturen, kurzen Stücken, die immer auf eine einzige Idee fokussiert sind. In den letzten zwei Jahrzehnten hat er ein Interesse an längeren Werken entwickelt, mehrere Kompositionen seit 2003 sind von längerer Dauer. In diesen Stücken wird die Möglichkeit erforscht, eine groß angelegte Struktur mit demselben statischen und reduzierten musikalischen Material zu schaffen, das in den Miniaturen untersucht wurde.

animalia II

animalia II

Animalia II ist der Versuch, eine kleine Welt von geflügelten Kreaturen auf der Bühne zu etablieren. Die musikalische Gesamtheit besteht aus ihrem Verhalten und ihrer Koexistenz, durch Bewegung, mimetische Interaktion und Klangsignale.
Simon Løffler

Simon Løffler

Simon Løffler (*1981 in Kopenhagen) studierte in Kopenhagen, Berlin, Aarhus und Brüssel und lebt in Kopenhagen und Oslo. Seine gegenwärtige Arbeit basiert auf der Erforschung der Grenze zwischen Mensch und Tier. Frühere Arbeiten konzentrierten sich auf die Entwicklung neuartiger instrumentaler Herangehensweisen und Performativität in unterschiedlichen Formen.

CADENZA aus LASTER

CADENZA aus LASTER

CADENZA ist eine Reflexion über den historischen Aufbau einer Kadenz. Sie ist Teil des Stücks LASTER für motorisiertes Klavier und Orchester (2018).
Lisa Streich

Lisa Streich

Lisa Streich (*1985 in N. Råda, Schweden) arbeitet in ihrer Musik mit motorisierten Instrumenten, die sie selbst geschaffen hat. Sie ist fasziniert von der Ent-Subjektivierung des Klangs, der für sie in gewisser Weise universell wird und von und für alle spricht. Sie interessiert sich auch für die inkongruenten Kontraste, die sowohl auf der visuellen als auch auf der auditiven Ebene gleichzeitig entstehen können, sowohl in der Kammer- als auch in der Orchestermusik. Ebenso interessiert sie sich für unvollkommene, bekannte Intervalle und Akkorde aus Amateur-Choraufnahmen, die sie dezidiert auseinandernimmt undmanchmal mit 40 Stimmenin einen Orchestersatz einwebt. Über diese Entdeckungen schreibt sie derzeit einen Katalog BOOK OF CHORDS in ihrer »performing precarity«-Gruppe an der NMH in Oslo.

http://www.lisastreich.se

2-Meter-Harmony: Uncertain Chorales

2-Meter-Harmony: Uncertain Chorales

Dieses Stück wurde gemeinsam von dem norwegischen Schlagzeugtrio Pinquins und dem Projekt Performing Precarity der Norwegischen Musikakademie in Auftrag gegeben. Die erste Aufführung durch Pinquins im Ultima in Oslo im September 2020 war Teil eines Konzerts, das unter freiem Himmel stattfand und bei dem bewusst begrenzte instrumentale Mittel eingesetzt wurden. Dies waren zwei der Vorgaben des Auftrags, die sich aus der Herausforderung ergaben, Live-Aufführungen während der Covid-19-Pandemie zu präsentieren.

Eine weitere Vorgabe war, dass die Musiker nicht zu dicht beieinander stehen sollten. Während des größten Teils des Stücks arbeiten alle drei Interpret:innen exakt im Gleichschritt und spielen (oder singen) eintönige Harmonien im rhythmischen Unisono. Sie versuchen, als ein einziger Organismus zu funktionieren, werden aber in gewissem Maße durch die Verhinderung der physischen Nähe in diesem Ziel untergraben. Potenzielle Instabilität wird auch durch andere Faktoren hervorgerufen: die äußeren Umweltbedingungen (im Falle von Aufführungen im Freien), die Technologie (die Künstler:innen müssen die Wiedergabe von Sounddateien über Bluetooth-Lautsprecher ermöglichen) und die Beschaffenheit einiger der verwendeten kleinen Instrumente, insbesondere der Mundharmonikas.
Laurence Crane

Laurence Crane

Laurence Crane (*1961 in Oxford, England) komponiert meist für Instrumenten- und Stimmenkombinationen, die allgemein als »klassisch« bezeichnet werden, wobei er häufig Elemente von außerhalb dieser Tradition hinzufügt.

 

Ein ständiges Anliegen ist die Verwendung von alltäglichen musikalischen Objekten in neuen strukturellen und formalen Beziehungen. Akkorde und Intervalle in ihrer einfachsten Form, Arpeggien, Borduntöne, Kadenzen, Fragmente von Tonleitern und kurze schrittweise Melodien werden in regelmäßigen und unregelmäßigen Wiederholungen oder Nebeneinanderstellungen präsentiert, die teilweise intuitiv und teilweise nach einem formalen Schema strukturiert sind. Er erfindet einen neuen Kontext für diese Objekte, um eine neue Schönheit im Vertrauten und Gewöhnlichen zu entdecken.

 

Crane schreibt hauptsächlich Musik für den Konzertsaal, obwohl er auch Stücke für Film, Radio, Theater, Tanz und Installationen komponiert hat. Zwischen 1985 und 2003 konzentrierte er sich fast ausschließlich auf das Schreiben von Miniaturen, kurzen Stücken, die immer auf eine einzige Idee fokussiert sind. In den letzten zwei Jahrzehnten hat er ein Interesse an längeren Werken entwickelt, mehrere Kompositionen seit 2003 sind von längerer Dauer. In diesen Stücken wird die Möglichkeit erforscht, eine groß angelegte Struktur mit demselben statischen und reduzierten musikalischen Material zu schaffen, das in den Miniaturen untersucht wurde.

UTFLUKT

UTFLUKT

ist ein norwegischer Ausdruck für eine abenteuerliche Reise in eine unerforschte natürliche Umgebung. Die beiden Performerinnen betreten eine Welt unbekannter Kreaturen und Klänge, ein Universum unbekannter Farben, Bewegungen, Texturen und Rhythmen.

In UTFLUKT erforschen wir, wie die Performerinnen und die Animation eine sinnvolle kausale Beziehung entwickeln können und wie sich Klangproduktion und Performance zusammen mit dem Film auf eine eloquente und zielgerichtete Weise aufeinander beziehen können.

Diese Arbeit wurde als enge Zusammenarbeit zwischen den Performerinnen, einer Animationsfilmemacherin und einer Komponistin geplant. Aufgrund der Pandemie musste unsere gesamte Arbeit, mit einer Ausnahme, online stattfinden. Wir haben Wege gefunden, mit dieser prekären Situation zu leben, auch wenn sie einen zermürbt. Weder der gemeinsame Arbeitsablauf noch das Aufblühen in der einsamen Phantasie konnten zustande kommen. Das Stück wird von der Begeisterung der Partner getragen.
Carola Bauckholt, Elizabeth Hobbs, Jennifer Torrence, Ellen Ugelvik

Carola Bauckholt

Carola Bauckholt (*1959 in Krefeld) studierte nach mehrjähriger Mitarbeit im Krefelder Theater am Marienplatz (TAM) von 1978 bis 1984 an der Musikhochschule Köln bei Mauricio Kagel. 1985 gründete sie mit Caspar Johannes Walter den Thürmchen Verlag, 1991 das Thürmchen Ensemble.

 

2013 wurde sie zum Mitglied der Akademie der Künste in Berlin gewählt, seit November 2021 ist sie Direktorin der Sektion Musik. 2015 wurde sie zur Professorin für Komposition mit Schwerpunkt zeitgenössisches Musiktheater an die Anton Bruckner Privatuniversität in Linz, Österreich berufen. 2020 wurde sie zum Mitglied der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste gewählt.

 

Ein zentrales Moment der Werke von Carola Bauckholt ist das Nachdenken über das Phänomen der Wahrnehmung und des Verstehens. Ihre Kompositionen vermischen oft Elemente aus visueller Kunst, Musiktheater und Konzertmusik. Dafür bedient sie sich gerne geräuschhafter Klänge, die oft mit ungewohnten Mitteln erzeugt werden und nicht in ein vorgegebenes Kompositionsraster eingearbeitet, sondern in ihrer freien Entfaltung beobachtet und fortgeführt werden.

Elizabeth Hobbs

Seit 22 Jahren macht die Animationsfilmemacherin Elizabeth Hobbs Filme. Ihre Filme sind in ihrer Form experimentell und erweitern stets die materiellen Möglichkeiten des Mediums, indem sie ungewöhnliche Techniken und Materialien verwenden. Dazu gehören Tinte auf Badezimmerfliesen, Schreibmaschinen, Aquarelle auf Papier, Schmetterlingsdrucke, Gummistempel und Schnürsenkel. Wenn es eine Konstante in ihrer Arbeit gibt, dann ist es ihre Neigung, ungewöhnliche historische Geschichten neu zu erzählen.

 

Ihre Filme wurden auf vielen internationalen Filmfestivals gezeigt und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter eine BAFTA-Nominierung für I’m OK im Jahr 2019. Im Jahr 2019 drehte Hobbs in Zusammenarbeit mit der Komponistin Carola Bauckholt The Flounder als einen von zehn Filmen, die vom Klangforum Wien und Tricky Women/Tricky Realities für das Projekt The Happiness Machine in Auftrag gegeben wurden. Elizabeth gibt ihre Praxis gerne weiter in Workshops sowie in Zusammenarbeit mit The Creative Research Collective, NIE Theatre und der Künstlerin Emily Tracy. Sie ist Lehrbeauftragte an der University of The Arts, London.

 

https://lizzyhobbs.wordpress.com/

Jennifer Torrence

Ellen Ugelvik

Performing Precarity I

5
03.02.
18:30
Theaterhaus, T3
Jennifer Torrence Performance, Schlagzeug, Objekte, Motoren, Harmonika, Pitch Pipe, Stimme Ellen Ugelvik Performance, Klavier, Objekte, Harmonika, Pitch Pipe, Stimme Laurence Crane Harmonika, Pitch Pipe, Stimme

Simon Løffler: animalia II

für zwei Performerinnen (2020)

Lisa Streich: CADENZA aus LASTER

für Pianistin und Assistentin (2018/19)

Laurence Crane: 2-Meter-Harmony: Uncertain Chorales

für drei Ausführende mit Harmonika, Pitch Pipe und Stimme (2020)

Carola Bauckholt, Elizabeth Hobbs, Jennifer Torrence, Ellen Ugelvik: UTFLUKT

für zwei Performerinnen und Animationsfilm (2021/22) ᵁᴬ

Wer heute zeitgenössische Musik aufführt, muss eine starke Aufsplitterung seiner Berufspraxis in Kauf nehmen: Die Interpreten-Rolle umfasst heute viel mehr als die Beherrschung eines Instruments und die Ausführung einer Partitur. Neue Instrumente und Technologien, neue interaktive Kompositionsmethoden, Interaktion auch mit dem Publikum oder neue Abhängigkeiten zwischen den Ausführenden machen es den Interpret:innen oft unmöglich, die gewohnte Kontrolle über eine Aufführung zu behalten. Die Aufführung wird also zunehmend prekär.

 

In »Performing Precarity« untersuchen Ellen Ugelvik und Jennifer Torrence dieses neue Paradigma. Welche Arten von Praktiken entstehen, wenn traditionelle Vorstellungen von Schönheit und Perfektion aufgegeben werden zugunsten von Prekarität, Fragilität, Risiko, Instabilität und Scheitern?

 

In UTFLUKT erforschen die Musikerinnen zusammen mit den beiden Autorinnen, wie Performance und Animation eine sinnvolle kausale Beziehung miteinander eingehen können. Gemeinsam betreten sie eine Welt unbekannter Kreaturen und Klänge, ein Universum unbekannter Farben, Bewegungen, Texturen und Rhythmen.

Das Projekt Performing Precarity I wird finanziert von der Norwegian Academy of Music (NMH) und dem Norwegian Directorate for Higher Education and Skills