One line

Giovanni Bertelli: Monarca

für Theorbe, Akkordeon, E-Gitarre und Elektronik

Der Monarchfalter, ursprünglich in Nordamerika beheimatet, ist bekannt für eine im Insektenreich einzigartige Migration: Jedes Jahr reist er von der Grenze zwischen den Vereinigten Staaten und Kanada bis in die Berge Zentralmexikos und wieder zurück.

Neben der Migration schöpft das Werk seine Inspiration auch aus dem Flug des Schmetterlings selbst, also aus der Form seiner Bewegung, verstanden als eine Art »kinetische Einheit«. Auf diese Weise erkundet das Stück auf persönliche und ausdrücklich vorläufige Weise das Verhältnis zwischen virtueller Bewegung und Klangwelt. In diesem Sinne kann Monarca als eine Studie zur Synästhesie betrachtet werden: Die Bewegungen des Lepidopteren werden in musikalische Gesten transformiert, und seine Flugbahnen werden jeweils in Strukturen oder spektrale Veränderungen übersetzt.

Das Werk versteht sich somit als eine Untersuchung der Bewegung, nicht nur als physikalisches Phänomen, sondern als eine Kraft, die fähig ist, Zeit zu artikulieren und der klanglichen Erfahrung Ausdruck zu verleihen.

(Giovanni Bertelli)