One line

Silvia Borzelli: strata (reverse ruins)

für E-Gitarre, Theorbe, Akkordeon und Elektronik

(2025)

Ich wende mich mit Bewunderung und Vertrauen den Felsen zugeformt von der Zeit und ihrerseits die Zeit formend. Uralte, geduldige Zeugen einer tiefen Zeit.
Eine Probe aus der Theorbe, gespielt mit dem Bogen, dient als Hauptquelle und veränderbare Quelle des elektronischen Materials: ein Fragment im Dialog mit seinem Live-Pendant, das sich durch Prozesse dichter Klangschichtung und Diagenese bewegt.
Elektronische SchichtenSoundtracks und Live-Bearbeitungzerbrechen und bilden sich neu, treten in Kontrast und Mimesis mit den Instrumenten. Im Verlauf des Stücks erodieren rhythmische Strukturen allmählich die Klangschichten; Fragmente kehren verändert zurück, lösen sich auf und setzen sich neu zusammen.
Die Musik folgt einer Bahn, die eher eine kontinuierliche Wiederkehr als einen Abschluss suggeriert: Was übrig bleibt, beginnt von neuem, während Erosion und Konstruktion sich überlagernKlang bleibt als eine Form von Stärke und Widerstand bestehen.

(Silvia Borzelli)