Arturo Fuentes

Arturo Fuentes

Sein musikalischer Weg führte den mexikanisch/österreichischen Komponisten Arturo Fuentes (*1975 in Mexiko) von Mailand nach Paris, Innsbruck und Wien. Sein von LondonHall Editions veröffentlichter Katalog umfasst hundert Werke, von Solostücken über Orchesterwerke bis hin zu Opern. Verschiedene »Erkundungsphasen« von der Komplexität der Komposition über die harmonisch-spektrale Form bis hin zu einer mikrotonal-minimalistischen Klangfülle prägen und bereichern im Laufe von 25 Jahren seinen Stil. Das Komponieren sei wie »sich zu verirren in einem Labyrinth«, wie Paul Klee möchte er »die Linie seinen Weg bestimmen« lassen, um eine »Klangdramaturgie« zu entdecken. Seine Musik, auch die Werke mit Live-Elektronik, sei »kaleidoskopisch und farbenfroh«. Seine theoretischen Forschungen umfassen die Musikinformatik und die philosophischen Aspekte des Kompositionsakts, die auf Wittgenstein und der hermeneutischen Kritik der Repräsentation basieren. Fuentes inszeniert seine eigenen Musiktheater-, Opern- und Tanzstücke auch selbst, entwickelt Konzept, Drehbuch und Dramaturgie und entwirft Beleuchtung und Bühnenbild im Sinne der musikalischen Idee. Er produziert und inszeniert auch eigene Videos und Kurzfilme und stellt damit eine Verbindung zu seiner fotografischen Arbeit her.

aleph Gitarrenquartett

aleph Gitarrenquartett

Andrés Hernández Alba, Tillmann Reinbeck, Wolfgang Sehringer und Christian Wernicke arbeiten seit der Gründung des Aleph Gitarrenquartetts 1994 in intensiver Zusammenarbeit mit Komponist:innen, Toningenieur:innen und Akustiker:innen daran, die musikalische Sprache und die Spieltechniken des 20. und 21. Jahrhunderts für ihre Besetzung voranzubringen. Mittlerweile ist so ein umfangreiches, neues und zukunftweisendes Repertoire für klassische Gitarre entstanden, das fortwährend erweitert wird. Viele Werke, u.a. von Mathias Spahlinger, Nicolaus A. Huber, Bernhard Lang, Beat Furrer, Georg Friedrich Haas, Zeynep Gedizlioglu und Irene Galindo Quero, wurden dabei eigens für das Aleph Gitarrenquartett geschrieben. Das Quartett gastiert bei den großen Festivals zeitgenössischer Musik und in den wichtigen europäische Auditorien, oft auch in Zusammenarbeit mit Gästen wie Sarah Maria Sun und Daisy Press. Workshops und CD-Einspielungen ergänzen regelmäßig die Ensembletätigkeit.

Poème Maudit

Poème Maudit

Verfluchtes Gedicht

Sein Genie war sein Fluch. Für viele bedeutet dieser Satz, was es bedeutet, ein Künstler zu sein: ein Schöpfer, der von seinen Zeitgenossen missverstanden wird, der die etablierten Normen, die Regeln der Kunst und die gesellschaftlichen Konventionen ablehnt. So war es auch bei Arthur Rimbaud, einem Dichter mit transgressiven Themen, der die moderne Literatur und Kunst beeinflusst hat. Jim Morrison, Patti Smith, Bob Dylan, André Bretton, Henry Miller, Pier Paolo Pasolini und viele andere wurden von seiner Poesie beeinflusst. Für uns als Künstler in der Komposition und in der Musik wäre es angebracht zu fragen: Inwieweit sind wir Übertreter der etablierten ästhetischen Normen?

Poème maudit ist ein Klangwerk und eine Inszenierung, als würden wir in einen Traum von Rimbaud eintreten, der durch Opium und Absinth in Ekstase versetzt wurde, mit einer erweiterten Zeit und einem erweiterten Raum wie in seinen Illuminationen oder A seasson in hell. Die junge Schauspielerin Alice Crepaz-Fuentes deklamiert die Poesie von Rimbaud und anderen verfluchten Dichtern wie Verlaine, Baudelaire und Trackl; ihre Stimme wird elektronisch modifiziert und mit den Effekten des ALEPH Gitarrenquartetts und den Mitgliedern des Jugend-Gitarrenorchesters Baden-Württenberg vermischt. Poème maudit (Verfluchtes Gedicht) ist ein szenografisches Konzert, das mikrotonale, minimalistische und spektrale Klänge einbezieht, und wie in meinen anderen szenischen Werken entdecken wir hier die dunkle Psychologie einer Figur, Rimbaud, auf einer Klangreise.
Arturo Fuentes

Arturo Fuentes

Sein musikalischer Weg führte den mexikanisch/österreichischen Komponisten Arturo Fuentes (*1975 in Mexiko) von Mailand nach Paris, Innsbruck und Wien. Sein von LondonHall Editions veröffentlichter Katalog umfasst hundert Werke, von Solostücken über Orchesterwerke bis hin zu Opern. Verschiedene »Erkundungsphasen« von der Komplexität der Komposition über die harmonisch-spektrale Form bis hin zu einer mikrotonal-minimalistischen Klangfülle prägen und bereichern im Laufe von 25 Jahren seinen Stil. Das Komponieren sei wie »sich zu verirren in einem Labyrinth«, wie Paul Klee möchte er »die Linie seinen Weg bestimmen« lassen, um eine »Klangdramaturgie« zu entdecken. Seine Musik, auch die Werke mit Live-Elektronik, sei »kaleidoskopisch und farbenfroh«. Seine theoretischen Forschungen umfassen die Musikinformatik und die philosophischen Aspekte des Kompositionsakts, die auf Wittgenstein und der hermeneutischen Kritik der Repräsentation basieren. Fuentes inszeniert seine eigenen Musiktheater-, Opern- und Tanzstücke auch selbst, entwickelt Konzept, Drehbuch und Dramaturgie und entwirft Beleuchtung und Bühnenbild im Sinne der musikalischen Idee. Er produziert und inszeniert auch eigene Videos und Kurzfilme und stellt damit eine Verbindung zu seiner fotografischen Arbeit her.

POÈME MAUDIT

16
05.02.
22:00
Theaterhaus, Sporthalle
Arturo Fuentes Komposition, Regie, Licht, Elektronik
aleph Gitarrenquartett Jugend-Gitarrenorchester Baden-Württemberg Alice Crepaz-Fuentes Stimme

Arturo Fuentes: Poème Maudit

für ein mikrotonales Gitarrenquartett, Gitarrenensemble und Gesang. Mit Gedichten von Arthur Rimbaud (2021) ᵁᴬ

Poème Maudit ist ein szenografisches Konzert, bei dem sich die Gitarre über einem labyrinthischen Klangraum ausdehnt und darin schwebt, als wäre sie eine Figur mit tausend Gesichtern. Fuentes schätzt die Gitarre als ein Instrument mit unzähligen Möglichkeitenmikrotonal, agil, resonant, perkussiv, spektral, rhythmisch, harmonisch, melodisch und bereit, mit Objekten an Saiten und Korpus präpariert zu werden. Diese »erweiterte« Gitarre ist ideal für Fuentes‘ Erforschung der auditiven und szenischen Möglichkeiten seiner Kompositionssprache.

 

In Poème Maudit (Verfluchtes Gedicht) schickt der Komponist »die dunkle Psychologie einer Figur« auf eine Klangreise, »als würden wir in einen Traum von Rimbaud eintreten, der durch Opium und Absinth in Ekstase versetzt wurde, mit einer erweiterten Zeit und einem erweiterten Raum.«

 

Das Libretto für die elektronisch modifizierte Stimme einer jungen Schauspielerin, eingebettet in die Effekte der Gitarrenensembles, ist die Poesie von Arthur Rimbaud und anderen »verfluchten« Dichtern.