Anna-Maria Hefele

Anna-Maria Hefele

Anna-Maria HefeleAbsolventin des renommierten Mozarteum Salzburg (Master of Arts)ist Multiinstrumentalistin, Sängerin und Obertonsängerin und konzertiert als Solistin weltweit mit verschiedenen Ensembles, Orchestern und Chören. Außerdem ist sie vielfach mit zeitgenössischen Tanz-, Zirkus- und Tanztheaterproduktionen zu erleben. Im Bestreben, den westlichen Obertongesang in der zeitgenössischen Musik wieder zu etablieren, kollaboriert Anna-Maria mit Komponist:innen, welche für diese spezielle Gesangstechnik schreiben. Durch das Filtern und Verstärken der in der menschlichen Stimme enthaltenen Teiltöne wird der Anschein erweckt, als würde eine Person zwei Töne gleichzeitig singen. Auf ihr virales YouTube Video »polyphonic overtone singing« mit nunmehr über 19 Millionen Aufrufen folgten viele TV- und Radioauftritte. »Eine Stimme wie nicht von dieser Welt«, »Die Frau mit den zwei Stimmen«, »Polyphone Vokalistin schafft das Unmögliche«so und ähnlich lauteten die Schlagzeilen über die Ausnahmemusikerin.
www.anna-maria-hefele.com

Composers Slide Quartet

Composers Slide Quartet

Das composers slide quartet wurde 2004 mit dem Ziel gegründet, durch die enge Zusammenarbeit mit zeitgenössischen Komponist:innen das Repertoire für Posaunenquartett um hochwertige Werke Neuer Musik zu erweitern und diese angemessen aufzuführen. Der Name des Ensembles wurde in Anlehnung an das Composers String Quartet gewählt, welches 1963 in den USA gegründet wurde und bis in die 1990er Jahre aktiv war.

Die Mitglieder des composers slide quartetAndrew Digby, Patrick Crossland, Andreas Roth und Jan Termathspielen eine Vielfalt von tiefen Blechblasinstrumenten. Die freischaffenden Musiker spielen regelmäßig bei renommierten internationalen Ensembles für Neue Musik.

Ein Posaunenquartett ist auf den ersten Blick eine sehr homogene Besetzung. Durch den Gebrauch unterschiedlicher Instrumente und vieler verschiedener Dämpfer bietet es jedoch ein vielfältig differenziertes Klangfarbenspektrum. Durch Solostücke in den Programmen kann das kompositorische Schaffen von Komponist:innen tiefer beleuchtet werden.

Das composers slide quartet hat bisher neue Werke uraufgeführt von Annesley Black, Philipp Blume, Uwe Dierksen, Hans-Joachim Hespos (Sextett), Robin Hoffmann, Tim Kienecker, Mesias Maiguashca, Cathy Milliken, Johannes Nied, Rolf Riehm, Uroš Rojko, Valerio Sannicandro, Johannes Schöllhorn, Cornelius Schwehr, Hannes Seidl, Anna Sowa, Günter Steinke und Alistair Zaldua- die meisten davon Auftragswerke des CSQ. In Zusammenarbeit mit den Neuen Vocalsolisten Stuttgart, dem Schlagquartett Köln oder dem Ensemble Resonanz war das Quartett an Uraufführungen von Bernhard Gander, Wolfgang Mitterer, Enno Poppe, Wolfgang Rihm, Martin Smolka und Gerhard Stäbler beteiligt.

Mitschnitte durch den SWR, WDR und DLF Kultur sowie Aufnahmen auf CD dokumentieren diese Arbeit.

Geneviève Strosser

Geneviève Strosser

Nach dem Studium der Bratsche in der Klasse von Claude Ducrocq in Strasbourg, nahm Geneviève Strosser Unterricht bei Serge Collot und Jean Sulem am Conservatoire National Supérieur de Musique in Paris und belegte Meisterkurse mit Nobuko Imai, Bruno Giuranna Yuri Bashmet, Franco Donatoni und György Kurtág.
Regelmäßige Auftritte mit Ensembles für Neue Musik wie Ensemble intercontemporain, London Sinfonietta, Klangforum Wien und Contrechamps unter der Leitung von Pierre Boulez, Peter Eötvös und Heinz Holliger und anderen. Bis 2000 war sie Mitglied des Ensemble Modern. Darüber hinaus spielte sie im Chamber Orchestra of Europe unter der Leitung von Claudio Abbado, Nikolaus Harnoncourt, Carlo Maria Giulini, Sir Georg Solti.
Mit einem Repertoire an Solostückendie großen Bratschenwerke des 20. Jahrhunderts inbegriffenarbeitet Geneviève Strosser eng mit gegenwärtig schaffenden Komponisten wie Peter Eötvös, Heinz Holliger, George Benjamin, Helmut Lachenmann. Stefano Gervasoni und Hugues Dufourt haben ihr Violakonzerte gewidmet. Sie hat mehrere Werke Georges Aperghis‘ uraufgeführt und spielte in dessen Musiktheaterstücken (Commentaires, Machinations, Un Temps Bis). 2004 wurde Geneviève Strosser als Professorin an die Musikhochschule Basel berufen. Sie spielt auf einem Instrument von Mathias Albani, im 1660 gebaut.

Visio

Valerio Sannicandro

Valerio Sannicandro, Komponist, Dirigent und Forscher (*1971 in Italien) studierte in Deutschland (York Höller, Hans Zender, Peter Eötvös) und Frankreich (Emmanuel Nunes) und promovierte in Musikwissenschaft in Berlin (Technische Universität). Sein musikalisches Schaffen reicht von Solowerken bis hin zu großen Orchesterwerken, auch mit Stimmen, und Musiktheater mit umfangreichem Einsatz von Live-Elektronik. Zu seinen jüngsten Projekten gehören Zaubersprüche und Finesterrae mit den Neuen Vocalsolisten, Garth Knox und dem SWR Experimentalstudio, Ius Lucis (2006/2007), für zwei Ensembles in zwei Musiksälen im Auftrag des Centre Pompidou-Paris), Forces Motrices für Orchester und Live-Elektronik und Ein Buch der Wellen bei GRM (Radio France, Paris).

Valerio Sannicandro war Affiliated Fellow (AAR 2013), Artist-in-Residence in der Villa Kujoyama (Kyoto, Japan) und erhielt verschiedene Preise (Claudio-Abbado-Kompositionspreis der Akademie der Berliner Philharmoniker, Musica Viva München 2002 und 2010, Kranichsteiner Musikpreis 2000). Im Jahr 2020 startete er ein Kompositions-Mentorenprogramm für junge Komponist:innen. Seine Werke sind bei Edizioni Suvini-Zerboni (Mailand) erschienen.

 

Es ist kaum möglich, dies in Worte zu fassendoch ohne Zögern kann ich sagen, dass die Ursprünge meiner Musik tief mit der Idee des Raums verbunden sind. Jenseits aller phänomenologischen oder rein intuitiven Bedeutungen stellen Raum und Räumlichkeit musikalische Aspekte dar, die ich seit mindestens 2003 erforsche und deren kraftvolle Poesie immer wieder einen starken Einfluss auf mein musikalisches Denken ausübt. Meine Neugierde auf die enge Interaktion zwischen akustischen Instrumenten und Live-Elektronik brachte mich in einige der interessantesten Institutionen Europas (IRCAM, SWR Experimentalstudio Freiburg, ZKM Karlsruhe, GRM Paris, ICST Zürich). Ich traf dort engagierten Menschen, mit deren Hilfe ich wertvolle Erfahrungen machen konnte, für die ich immer dankbar sein werde. Denn später habe ich viele Errungenschaften aus der Praxis der elektronischen Musik in mein eigenes musikalisches Vokabular übertragen. Ich habe auf diesem Weg Werke für verschiedene Räume konzipiert, Instrumental- und Vokalwerke basieren auf spezifischen raumbezogenen musikalischen Figuren.
Valerio Sannicandro

caderefallen

caderefallen

Das Verb cadere kommt aus dem lateinischen und kann mit fallen, sinken, herabfallen, untergehen,

herabfließen, sich ergießen, auslaufen, stürzen, sterben, schlachten, opfern, unterliegen, treffen, abfallen, widerfahren und enden übersetzt werden.

Die Bezeichnung Kadenz leitet sich vom lateinischen cadere ab. Als Kadenz bezeichnet man neben dem Abfallen der Stimme in der Sprachwissenschaft und der metrischen Form eines Versschlusses auch eine Akkordfolge als Abschluss oder Gliederung eines Musikstücks, hierzu werden in der Regel die Stufen- oder Funktionstheorie bemüht, also Beschreibungsmethoden des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Die Reduktion auf die Abfolge von Akkorden ist somit problematisch, da die Entwicklung der Kadenz auf die Kontrapunktikdie Kunst der kontrapunktischen Stimmführung, etwa 400 Jahre früherzurückgeht. Außerdem bezeichnet man als Kadenz auch eine improvisierte oder ausgeschriebene solistische Ausschmückung eines Themas am Schluss (einzelner Sätze) eines Konzerts, die dem Musiker beziehungsweise der Musikerin die Möglichkeit bietet, ihr virtuoses Können zu zeigen.

In meinem Stück caderefallen beziehe ich mich beim Thema Kadenz am ehesten auf die kontrapunktische Perspektive. Kleine, klauselartige Ornamente umspielen Zentraltöne, welche stetig fallen. Im wahrsten Sinne des Wortes wird es immer tiefer. Kadenz in meiner freien Auslegung, fallen und fallen und fallen hat einen versteckten Bezug zur barocken Figuren- und Kadenzlehre. Dabei darf natürlich kurz vor Schluss die nach Anweisung improvisierte »Solokadenz« nicht fehlen. Diese wird nicht von einem, sondern von vier Musiker:innen vorgetragen.
Kathrin A. Denner

Kathrin Denner

Neben Trompete und Musiktheorie studierte Kathrin A. Denner (*1986) Komposition bei Theo Brandmüller, Wolfgang Rihm und Johannes Schöllhorn an den Musikhochschulen Saarbrücken, Karlsruhe und Freiburg. Sie ist Preisträgerin zahlreicher Wettbewerbe, unter anderem des

Deutschen Musikwettbewerbs (Deutscher Musikrat, 2013). 2018 wird sie mit dem Deutschen Musikautorenpreis der GEMA ausgezeichnet und erhält ein hochdotiertes Kulturstipendium der Stadt Karlsruhe. Lange Zeit wird sie durch die Oskar und Vera-Ritterstiftung gefördert, außerdem erhält sie das Landesgraduiertenstipendium des Landes Baden-Württemberg. Derzeit ist sie Composer in Residenz der Jungen Oper in Dortmund und Stipendiatin und Composer in Residenz des Herrenhaus Edenkoben.

Für die Belange der komponierenden Kolleg:innen setzt sie sich als Vorstandsmitglied und im Leitungsteam der Fachgruppe E-Musik des Deutschen Komponist:innenverbands und als Delegierte der außerordentlichen Mitglieder der GEMA ein. Sie ist leidenschaftliche Dozentin u.a. an den Musikhochschulen in Trossingen und Karlsruhe.

Ihr Werkverzeichnis umfasst Solowerke, Kammermusik, Ensemblestücke, Werke für Chor und Orchester sowie Computermusik.

Andesana

Anna-Maria Hefele

Anna-Maria Hefelegraduate of the renowned Mozarteum Salzburg (Master of Arts)is a multi-instrumentalist, singer and overtone singer and performs as a soloist worldwide with various ensembles, orchestras and choirs. She also performs widely in contemporary dance, circus and dance theater productions. In an effort to re-establish Western overtone singing in contemporary music, Anna-Maria collaborates with composers who write for this particular vocal technique. By filtering and amplifying the partials contained in the human voice, it is made to appear as if a person is singing two notes at once. Their viral YouTube video »polyphonic overtone singing,« now with over 19 million views, has been followed by many TV and radio appearances. »A voice like not of this world«, »The woman with two voices«, »Polyphonic vocalist achieves the impossible«this and similar were the headlines about the exceptional musician.
www.anna-maria-hefele.com

Four Styles.

Wolfgang Saus

Klartraum

Anna-Maria Hefele

Anna-Maria HefeleAbsolventin des renommierten Mozarteum Salzburg (Master of Arts)ist Multiinstrumentalistin, Sängerin und Obertonsängerin und konzertiert als Solistin weltweit mit verschiedenen Ensembles, Orchestern und Chören. Außerdem ist sie vielfach mit zeitgenössischen Tanz-, Zirkus- und Tanztheaterproduktionen zu erleben. Im Bestreben, den westlichen Obertongesang in der zeitgenössischen Musik wieder zu etablieren, kollaboriert Anna-Maria mit Komponist:innen, welche für diese spezielle Gesangstechnik schreiben. Durch das Filtern und Verstärken der in der menschlichen Stimme enthaltenen Teiltöne wird der Anschein erweckt, als würde eine Person zwei Töne gleichzeitig singen. Auf ihr virales YouTube Video »polyphonic overtone singing« mit nunmehr über 19 Millionen Aufrufen folgten viele TV- und Radioauftritte. »Eine Stimme wie nicht von dieser Welt«, »Die Frau mit den zwei Stimmen«, »Polyphone Vokalistin schafft das Unmögliche«so und ähnlich lauteten die Schlagzeilen über die Ausnahmemusikerin.
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Manto IIII

Manto IIII

Über mehrere Jahre schrieb Giacinto Scelsi vor allem Solowerke für einzelne Instrumente, denen er sich jeweils umso intensiver widmete. In »Manto«, entstanden 1957, kommen zusätzlich zum traditionellen Bratschenspiel Skordatur (also die veränderte Stimmung der Saiten) und im dritten Satz die Stimme der Bratschistin zum Einsatz.

Manto war eine der Sybillen aus Delphi, dem Orakel des Appollon gewidmeten Tempels. In der griechischen Mythologie geriet sie durch die aus der Erde beim Tempel aufsteigenden Schwefeldämpfe in Trance. Ihre Orakelsprüche kehren bei Scelsi in rätselhaften Lauten wieder, die die »Manto«-Solistin zur Viola singt.

Giacinto Scelsi

taumeln

taumeln

taumeln
die vier posaunist:innen spielen entlang einer wortliste, welche versucht, den begriff ‚taumeln‘ einzufangen, zu bändigen. indem die liste auf unterschiedliche weise übersetzt wird, in musik überführt, geraten die instrumentalist:innen in verschiedene landschaften der heterofonie, des schwankens und taumelns, des schneegestöbers, des unisonos.
Annette Schmucki

Annette Schmucki

Annette Schmucki (*1968, Zürich) arbeitet mit Sprache als Musik. Sie studierte Komposition bei Cornelius Schwehr und Mathias Spahlinger, erhielt zahlreiche Preise und Stipendien. beschäftigt sich zurzeit mit Dauern und Begegnungen von projizierten Wörtern (silent music), mit der experimentellen Übersetzung von Telefongesprächen, mit Oberleitungsverläufen und Popsongs.
www.blablabor.ch/indexschmucki/

 

sprache als musik
ich arbeite mit bedeutungs- und lauteinheiten. mit versatzstücken der sprache, sprachscharnieren. mit wörtern, silben, lauten, mit deren ähnlichkeiten und unterschieden.

ich arbeite mit vertikalen, horizontalen, räumlichen, zeitlichen und imaginierten landkarten aus obertonfenstern, lautverschiebungen, lautlichen übersetzungen, klangerzeugungen im mund-rachenraum.

ich bin auf der suche nach dem selbstbewusstsein von sprache, sprache, die skrupellos auf sich selbst hinweist, ohne jedoch ihre poesie zu verlieren oder um gerade so zu poesie erst zu werden; zu poesie als offengelegtes, entgipstes, konstruiertes, als rhythmus und klang. sprache als nacktlyrik. als musik.

gleichzeitig offeriert mir sprache als musik auch die stets durchschimmernde begrifflichkeit der wörter, und gerade, indem ich beim komponieren der begrifflichkeit kaum aufmerksamkeit schenke, durchdringt diese rätselhaft und selbständig und immer wieder neu die musik, verleiht ihr flüchtig zusätzliche farbe, form, bewegung, spielanweisung, öffnet und schliesst bedeutungsfelder, verschwimmt. als ob da ein tier läge, träumend, wiederkäuend, schwer atmend. wie kann es gelingen, dass dieses tier sich auffrisst ohne wach zu werden, sodass zuletzt bloss das träumen, das kauen, das atmen übrigbleiben.
Annette Schmucki

SWR2 JetztMusik

20
06.02.
19:15
Theaterhaus, T1
Anna-Maria Hefele Obertongesang Composers Slide Quartet Geneviève Strosser Viola Elijah Spies Viola Patricia Torres Viola

Valerio Sannicandro: Visio

for 3 violas (2021) ᵁᴬ

Kathrin Denner: caderefallen

für vier Posaunen (2022) ᵁᴬ

Anna-Maria Hefele: Andesana

for overtone singing

Wolfgang Saus: Four Styles.

Etüde für Obertongesang (2006)

Anna-Maria Hefele: Klartraum

für Obertongesang (2021)

Giacinto Scelsi: Manto IIII

für Viola solo (1957)

Annette Schmucki: taumeln

für vier Posaunen (2021/22) ᵁᴬ

Corona-bedingt musste das SWR Vokalensemble seine Teilnahme an ECLAT leider absagen.

 

Die Solist:innen dieses Konzerts haben daraufhin in Windeseile ein kammermusikalisch besetztes Alternativprogramm entwickelt, das den beiden Uraufführungen für Posaunenquartett den Nukleus des ursprünglich geplanten Chorwerks von Valerio Sannicandro, »Visio« für drei Violen, gegenüberstellt.

 

Im Wechsel mit der Bratschen-Virtuosin Geneviève Strosser gibt uns die Ausnahmesängerin Anna-Maria Hefele in drei Vokalwerken die Gelegenheit, ihr erstaunliches Repertoire an Vokaltechniken von zarten polyphonen Obertonklängen bis hin zum Pygmäenjodeln kennenzulernen.

 

Sendung SWR2 Abendkonzert
25. März und 1. April 2022 / 20:0522:00 Uhr

Die Uraufführungen dieses Konzerts sind Auftragswerke des SWR.